Die Tage wie das Jahr

Mittwoch, 2. Oktober 2019, 19.30 Uhr:

Regie/Kamera/Ton: Othmar Schmiderer
Konzept: Angela Summereder & Othmar Schmiderer
Protagonisten: Elfriede Neuwirth, Gottfried Neuwirth


AT 2018, Doku, 87 Min.

„Die Tage wie das Jahr“ zeigt das Leben und die landwirtschaftliche Arbeit von Gottfried und Elfriede Neuwirth auf einem kleinteiligen Gehöft im Waldviertel. Die beiden haben sich konsequent für eine kleine Wirtschaftsweise entschieden, betrachten ihre Tiere als Lebewesen und den Boden als eigenen Kosmos.

Über ein Jahr lang hat Othmar Schmiderer Elfie und Gottfried begleitet. Sein Film knüpft an frühere Arbeiten an. Zum einen an Am Stein (1998), in dem er sich mit dem Komplex Almwirtschaft und Vermarktung der Alpen beschäftigt hat, zum anderen an Im Augenblick – Die Historie und das Offene (2013), der das Verhältnis Mensch und Tier auslotet. Sein neuester Film zeigt ein Leben im Einklang mit der Natur, aber eben auch die mühselige Arbeit, die solch eine alternative Landwirtschaft kostet. Schmiderer konzentriert sich dabei auf die alltäglichen Routinen. Er sucht mit seinem Blick ausschließlich die Arbeit, die Elfie und Gottfried selbst verrichten.

Es sind überhaupt nur wenige Dialoge, die Schmiderers Kamera einfängt. Das Ehepaar Neuwirth versteht sich auch ohne Worte. Tag für Tag folgt einem festen Rhythmus: von der Arbeit im Stall über die Arbeit auf dem Feld bis zur Arbeit in der Käserei. Dabei begegnet Schmiderer der mühevollen Arbeit eigentlich mit einer distanzierten Form, mit einer angenehm zurückhaltenden Beobachtung des landwirtschaftlichen Alltags. Aber es ist ein liebevoller und ein neugieriger Blick, der hier am Werk ist: die Fülle an Tätigkeiten, die mühevolle Arbeit, die Agrarwirtschaft ist, und besonders die unaufgeregte Selbstverständlichkeit, mit der sie ihre Produkte in den Regalen eines Supermarkts präsentiert. Aber auch manchmal die Zukunftsangst, die diese Tätigkeit mit sich bringt. Von Trockenzeiten oder zu viel Regen ist dann die Rede.

Es hat einen Grund, dass Schmiderers Neugier keine bohrende ist: Nicht nur das neugeborene Lamm, auch der Bauernhof selbst steht auf ziemlich wackeligen Beinen.

In Anwesenheit des Regisseurs.

 

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