Club Zero

Mittwoch, 13. März 2024, 19.30 Uhr:

Regie: Jessica Hausner
Buch
: Jessica Hausner, Geraldine Bajard
Kamera: Martin Gschlacht

Musik: Markus Binder
Darsteller
: Mia Wasikowska, Sidse Babette Knudsen, Amir El-Masry

AT 2023, OmU, 110 Min.

Miss Novak (Mia Wasikowska) ist die neue Lehrerin einer englischen Eliteschule. Empfohlen vom Elternrat aufgrund ihrer Referenzen und ihres gewinnenden Lächelns, soll sie den Schülern und Schülerinnen eine gesunde Ernährung näherbringen. "Bewusst Essen" heißt das neue Schulfach.  Die Kleingruppe ist schnell von ihr und ihren fürsorglichen Methoden überzeugt. Ohne den Verdacht der anderen Lehrer und der Eltern zu wecken, geraten jedoch einige der Schüler zu sehr  in ihren Bann. Es entsteht eine fast sektenhafte Gemeinschaft. Da ist Fred, der von seinen in Afrika arbeitenden Eltern im Internat zurückgelassen wurde. Oder Ragna, die wegen ihres Sports den Druck verspürt, abnehmen zu müssen. Elsa wiederum hat die bulimische Essstörung von ihrer Mutter "geerbt“. Zwischen Om-Gesängen, Abnehmtee der Eigenmarke und Selbsthilfegesprächen lässt sich ein Teil der Gruppe – der sogenannte „Club Zero“ -  in Miss Novaks radikale Ernährungslehre einspinnen. Die glamourös-komische Schulleiterin Miss Dorset (Sidse Babett Knudsen) lässt sie walten und löffelt sich selbst eifrig Zucker in den Diättee.

Der neue Film der Wiener Regisseurin Jessica Hausner ist eine bissige Sozialsatire und schonungslose Beobachtung von Essstörung zugleich.  Ihr Kameramann Martin Gschlacht schafft ein bedrückendes, fast schon steril wirkendes Setting.

Trotz typisierter, auf Distanz bleibender Figuren hat sich aber auch ein Funke emotionaler Tiefe in „Club Zero“ geschlichen, nämlich dann, wenn er den gefährlichen Konkurrenzdruck einer geteilten Essstörung erfahrbar macht und die Ratlosigkeit von Eltern, deren Kinder in selbstzerstörerisches Verhalten abdriften, ernst nimmt.

Markus Binder hat mit seiner Musik zu diesem Drama einen der ungewöhnlichsten Soundtracks des Jahres geschaffen - und auch einen der erfolgreichsten. So holte der 60-jährige Oberösterreicher die Trophäe für den besten Soundtrack beim Europäischen Filmpreis.

„Ein Spiel um Manipulation, Gedankenkontrolle und Verführung“ -  Süddeutsche Zeitung

„Eine bissige Satire auf die Nahrungszwänge der Bessergestellten“-  Der Standard

Fotos © Filmladen
 

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