Joan Baez I Am a Noise

Mittwoch, 28. Februar 2024, 19.30 Uhr:

Regie: Karen O′Connor, Miri Navasky, M. O′Boyle
Kamera: Wolfgang Held, Ben McCoy, Tim Grucza
Musik: Sarah Lynch
Darsteller
: Joan Baez, Mimi Farina, Bob Dylan, David Harris

US 2023, OmU, 113 Min.

„I’m no saint. I am a noise“, notierte Joan Baez als junge Teenagerin, die das Singen gerade für sich entdeckt hatte, in ihr Tagebuch. Denn bevor sie zur Pionierin des politisch engagierten US-Folks wurde, war sie bereits eine Chronistin ihres eigenen Lebens. Sie schrieb Tagebuch, dokumentierte und kommentierte ihr Leben in Form von Zeichnungen.
Später, als sie von Konzert zu Konzert tourte, teilte sie sich über Briefe und Audiokassetten mit, die sie ihren Eltern von unterwegs zuschickte. Diese privaten Aufzeichnungen, zu denen auch Fotos und Home Movies gehören, sind in „Joan Baez I Am a Noise“ eine eigene Erzählinstanz. Sie stehen neben Archivbildern von Konzerten, Fernsehauftritten und politischen Demonstrationen – Joan Baez war als Sängerin und Bürgerrechtsaktivistin bei den Selma-nach-Montgomery-Märschen ebenso dabei wie beim Marsch auf Washington 1963 - sowie Backstage-Momenten ihrer Abschiedstour 2018.

Um diese Tour ranken sich ausführliche Gespräche, die die Filmemacherinnen Karen O’Connor, Miri Navasky und Maeve O’Boyle mit Baez vor ihrem Rückzug aus der Öffentlichkeit über mehrere Jahre geführt haben. Die Künstlerin blickt darin auf ihr wechselvolles Leben auf und jenseits der Bühne zurück. Mit einer durch jahrelange Therapie geschulten Offenheit, uneitel und mit Humor (sie verstehe sich auf die Kommunikation mit einem großen Publikum, so Baez an einer Stelle, mit Zweierbeziehungen laufe es deutlich weniger gut) spricht sie über ihre Sehnsucht nach Ruhm und Anerkennung, über Ängste und Depressionen, musikalische Erfolge und Misserfolge wie über ihr politaktivistisches Engagement. Das Ergebnis ist ein dichtes, materialreiches Porträt der Sängerin und Bürgerrechtsikone.

Joan Baez erhielt 2007 den Grammy für ihr Lebenswerk und wurde 2017 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Fotos © Polyfilm
 

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