Perla

Mittwoch, 18. November 2026, 19.30 Uhr:

Regie: Alexandra Makarová
Buch
: Alexandra Makarová
Kamera:
Georg Weiss
Musik: Rusanda Panfili, Johannes Winkler
Darsteller
: Simon Schwarz, Hilde Dalik, Rebeka Poláková, Ingrid Timková, Noël Czuczor, Ivan Romančík, Zuzana Konecná, František Beleš, Ivan Šandor, Bence Hégli

Drama, AT 2025, 108 Min.

„Gestern, am 20. August 1968, überschritten die Sowjettruppen die Staatsgrenze der tschechoslowakischen sozialistischen Republik.“ Mit dieser Radionachricht beginnt ein Film, der vom privaten Dilemma einer Frau erzählt, die zwischen die Räder der Weltgeschichte gerät.

Perla (Rebeka Poláková) ist eine junge Künstlerin aus Košice, die nach der Niederschlagung des Prager Frühlings mit ihrer Tochter Julia in den Westen geflohen ist. Anfang der 80er hat sie sich in Wien eine komplett neue Existenz aufgebaut. Ihre Tochter zieht sie allein groß, als Malerin wird sie zunehmend erfolgreich.

Nur die inzwischen zwölfjährige Julia (Carmen Diego) ist immer wieder grantig, wenn Perla auch in der Öffentlichkeit konsequent Slowakisch spricht – „das ist peinlich, Mama!“ – und Julias Klavierstunden nicht zahlen kann, weil sie lieber malt, als putzen zu gehen. Doch als sich Perla und der Wiener Josef (Simon Schwarz) ineinander verlieben, scheint die Ankunft im Westen endgültig gelungen. Josef, von Beruf Indologe, liebt nicht nur Perla, sondern ist auch ein fürsorglicher Stiefvater für Julia. Demnächst soll Perla in New York ausstellen – und wer weiß, was danach alles möglich ist? Nur wer Julias Vater ist, wollte Perla ihm nie verraten. Bis ein Anruf aus der alten Heimat kommt: Perlas Ex-Partner Andrej, damals bei der Flucht verhaftet, wurde endlich freigelassen. Angeblich ist er krank und will vor seinem Tod noch seine Tochter kennenlernen.

Widerwillig macht sich die Wiener Familie auf den Weg nach Košice, unter der ständigen Gefahr, dass Perla trotz Ehe und österreichischen Passes als Dissidentin erkannt und verraten wird. Die von Politik und Emotionen gleichermaßen geprägten Konflikte zwischen Perla, Julia, Josef und Andrej spitzen sich immer mehr zu…

Regisseurin Alexandra Makarová erzählt in ihrem auf der Diagonale mit dem Publikumspreis ausgezeichneten Drama von der Zerrissenheit zwischen Weggehen und Dableiben einer jungen slowakischen Mutter und Künstlerin und ist ein bestürzend aktuelles Stück Zeitgeschichte.

Der Film war der große Gewinner bei der Verleihung des Österreichischen Filmpreises 2026: Bester Spielfilm, Bester männlicher Hauptdarsteller, Beste Kamera, Bestes Kostümbild, Bestes Maskenbild, Bestes Szenenbild, Beste Musik und Beste Tongestaltung.

Fotos © Stadtkino
 

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