Inland

Mittwoch, 25. September 2019, 19.30 Uhr:

Regie&Drehbuch: Ulli Gladik
Kamera: Judith Benedikt, Elke Groen

AT 2019, Doku, 95 Min.

„Inland“ begleitet drei FPÖ-Fans vor und nach der Nationalratswahl 2017.
Eine Kellnerin, ein Arbeitsloser und ein kleiner Beamter der Stadt Wien - alle drei verspüren sie großes Unbehagen gegenüber „den Ausländern“. Gleichzeitig sehnen sie sich nach einem besseren Leben für “die kleinen Leute“ und setzen, in roten Arbeiterfamilien sozialisiert, ihre Hoffnungen jetzt auf die FPÖ.
Der Dokumentarfilm „Inland“ zeigt, was diese „richtigen“ Österreicher dazu gebracht hat, dass ihr Wahl-Pendel nach weit rechts ausgeschlagen hat und dort hängen geblieben ist, auch wenn ihre blaue Grundfärbung erstaunlich viele Abstufungen und Schattierungen aufweist.
„Inland“ erzählt nicht zuletzt auch von der Sehnsucht nach menschlicher Zugehörigkeit im Gegensatz zu einer Politik, die auf den Rücken der Schwächsten ausgefochten wird und diese gegeneinander instrumentalisiert.

Ermöglicht wird die große Offenheit im Film durch die Gesprächsführung von Ulli Gladik, einer freischaffenden Künstlerin, Fotografin und Filmemacherin („Global Shopping Village“). Gladik begleitet ihre Protagonist/innen in ihrem beruflichen Alltag und im privaten Umfeld und erhält intime Einblicke in ihr politisches Weltbild. Immer wieder bringt sie sich dabei auch mit ihrer eigenen Meinung ein, und es wird deutlich, wie fern die jeweiligen Lebensrealitäten einander sind. Konsequent im „Off“ und nie selbst im Bild, provoziert, kitzelt, ermutigt sie in bester Elisabeth T. Spira-Tradition ihre Gesprächspartner dazu, Geschichten zu erzählen. Ein Unterschied lässt sich allerdings festmachen: Gladiks Inland-Geschichten – und das „Inland“ beschränkt sich in diesem Film auf Wiens Außenbezirke – sind nie lustig.

„Inland“ ist eine aufschlussreiche Zustandsbeschreibung der österreichischen Gesellschaft und leistet einen wertvollen Beitrag zum Verständnis populistischer Mechanismen.“ (Film plus Kritik)

Wir laden Sie nach dem Film zu einem Gespräch mit Gerhard Daurer, der an dem Film mitgearbeitet hat, ein.
 

LINKS

 
 

HERUNTERLADEN