Triangle of Sadness

Mittwoch, 1. Februar 2023, 19.30 Uhr:

Regie: Ruben Östlund
Drehbuch
: Ruben Östlund
Kamera: Fredrik Wenzel
Musik: Bent Holm, Andreas Franck
Darsteller
: Harris Dickinson, Charlbi Dean, Woody Harrelson, Dolly De Leon

SE 2022, OmU, 142 Min.

Carl (Harris Dickinson), dessen Stern als Fotomodel bereits wieder sinkt, und die erfolgreiche Influencerin Yaya (Charlbi Dean Kriek) sind es gewohnt, ihr Luxus-Leben auf Instagram zu vermarkten. Als das junge Paar die Einladung zu einer Luxuskreuzfahrt annimmt, können sie Erholung und Arbeit perfekt miteinander verbinden – sich mit einem Champagner-Glas auf dem Sonnendeck zu räkeln, ist schließlich absolut social-media-tauglich. Zunächst verläuft der Törn zwischen Sonnenbaden, Smalltalk und Champagnerfrühstück wie geplant und die Crew, unter Leitung ihrer perfektionistischen Chefin Paula (Vicki Berlin), versucht, den verwöhnten Gästen jeden Wunsch zu erfüllen. Hinter den Kulissen geht es jedoch weit weniger paradiesisch zu. An Bord der Megayacht befinden sich auch russische Oligarchen, skandinavische IT-Milliardäre, britische Waffenhändler und gelangweilte Ehefrauen. Nur der Kapitän (Woody Harrelson) lässt sich nicht blicken. Warum, wird bald klar: Er ist Marxist und angesichts seines Jobs in einer Art dauer-besoffener Verweigerungshaltung.

Als das obligatorische Kapitänsdinner ausgerechnet während eines Sturms stattfindet, laufen die Dinge völlig aus dem Ruder. Das Dinner endet in einer Brechorgie und die Fahrt mit Schiffbruch auf einer einsamen Insel. Plötzlich ist die Hierarchie auf den Kopf gestellt, denn die Reinigungskraft (Dolly De Leon) ist die Einzige, die Fische fangen, Feuer machen und somit das Überleben der Menschen sichern kann. Die Machtverhältnisse kehren sich um…

“Triangle of Sadness”, so bezeichnet man in der plastischen Chirurgie die Falte zwischen den Augenpartien, die Models oft mit Botox behandeln lassen. Und so betitelte der schwedische Regisseur Ruben Östlund auch seinen neuen Film, eine Satire auf Klassenverhältnisse unter den Vorzeichen des materiellen Überflusses. Der Film präsentiert Momentaufnahmen aus der Welt von Reich und Schön, als pervertierte Auswüchse des Geldes, als Tyrannei der Langeweile. “Ich demaskiere einfach gerne die weniger zivilisierten Seiten von Menschen, gerade wenn sie vergeblich versuchen, ihr Gesicht zu wahren”, so Ruben Östlund.

Regisseur Ruben Östlund gewann für die scharfe Gesellschaftskritik – fünf Jahre nach dem Erfolg von „The Square“ – erneut die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes.

Fotos © Panda Lichtspiele Filmverleih
 

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