Die Saat des heiligen Feigenbaums
Mittwoch, 10. Juni 2026, 19.30 Uhr:
OT: Daneh Anjeer Moghadas
Regie: Mohammad Rasoulof
Buch: Mohammad Rasoulof
Kamera: Pooyan Aghababaei
Musik: Karzan Mahmood
Darsteller: Soheila Golestani, Missagh Zareh, Mahsa Rostami, Setareh Maleki, Niousha Akhshi
Krimi, IR 2024, OmU, 167 Min.
Im September 2022 wird im Iran die junge Kurdin Jina Mahsa Amini von der Sittenpolizei verhaftet und stirbt während der Haft. Es folgen landesweite Proteste, die das Mullah-Regime blutig niederschlagen lässt. Vor diesem Hintergrund inszenierte Regisseur Mohammad Rasoulof eine Familiengeschichte, die die Auswirkungen einer spannungsgeladenen Situation in einer zerrissenen Gesellschaft zeigt.
Der strenggläubige Iman (Missagh Zareh) wurde befördert - er ist nun Untersuchungsrichter am Revolutionsgericht in Teheran. Seine Frau Najmeh (Soheila Golestani) ist hocherfreut über die Beförderung, soll die Familie doch nun vom Staat eine größere Wohnung bekommen, in der jede der beiden fast erwachsenen Töchter Rezvan (Mahsa Rostami) und Sana (Setareh Maleki) ein eigenes Zimmer hat. Doch bald kommen dem strenggläubigen Iman Zweifel an seinem Job. Auf Anweisung der Staatsanwaltschaft muss er Todesurteile unterschreiben, ohne die Anklageakte auch nur gelesen zu haben.
Zudem bringt der neue Job auch Einschränkungen, speziell für die Töchter. Nichts dürfen sie über den Beruf des Vaters erzählen, müssen besonders sorgfältig auf ordentliche Kleidung achten, müssen genau prüfen, mit wem sie Kontakt haben und dürfen keine Bilder auf Social Media posten, da der Vater Ziel von Racheakten werden könnte. Trotzdem tauschen sich die Töchter heimlich über soziale Netzwerke aus und haben bald einen ganz anderen Blick auf die Jina-Proteste und das, was in ihrem Land passiert, als es die offiziellen Abendnachrichten im Fernsehen darstellen. Es kommt zum offenen Konflikt in der Familie.
Was passiert, wenn in einem totalitären Regime Menschen korrumpiert werden und die Familie als letzte Bastion vermeintlicher Sicherheit zerstört wird, zeigt dieser heimlich im Iran gedrehte Film teils subtil, teils mit einer emotionalen Wucht, die lange nachwirkt.
„Die Saat des heiligen Feigenbaums“ war der deutsche Kandidat in der Kategorie für den Oscar als „Bester Internationaler Film 2025“. Iranische Behörden haben mehrfach versucht, eine Premiere des Films im Ausland zu verhindern.
Fotos © Polyfilm
OT: Daneh Anjeer Moghadas
Regie: Mohammad Rasoulof
Buch: Mohammad Rasoulof
Kamera: Pooyan Aghababaei
Musik: Karzan Mahmood
Darsteller: Soheila Golestani, Missagh Zareh, Mahsa Rostami, Setareh Maleki, Niousha Akhshi
Krimi, IR 2024, OmU, 167 Min.
Im September 2022 wird im Iran die junge Kurdin Jina Mahsa Amini von der Sittenpolizei verhaftet und stirbt während der Haft. Es folgen landesweite Proteste, die das Mullah-Regime blutig niederschlagen lässt. Vor diesem Hintergrund inszenierte Regisseur Mohammad Rasoulof eine Familiengeschichte, die die Auswirkungen einer spannungsgeladenen Situation in einer zerrissenen Gesellschaft zeigt.
Der strenggläubige Iman (Missagh Zareh) wurde befördert - er ist nun Untersuchungsrichter am Revolutionsgericht in Teheran. Seine Frau Najmeh (Soheila Golestani) ist hocherfreut über die Beförderung, soll die Familie doch nun vom Staat eine größere Wohnung bekommen, in der jede der beiden fast erwachsenen Töchter Rezvan (Mahsa Rostami) und Sana (Setareh Maleki) ein eigenes Zimmer hat. Doch bald kommen dem strenggläubigen Iman Zweifel an seinem Job. Auf Anweisung der Staatsanwaltschaft muss er Todesurteile unterschreiben, ohne die Anklageakte auch nur gelesen zu haben.
Zudem bringt der neue Job auch Einschränkungen, speziell für die Töchter. Nichts dürfen sie über den Beruf des Vaters erzählen, müssen besonders sorgfältig auf ordentliche Kleidung achten, müssen genau prüfen, mit wem sie Kontakt haben und dürfen keine Bilder auf Social Media posten, da der Vater Ziel von Racheakten werden könnte. Trotzdem tauschen sich die Töchter heimlich über soziale Netzwerke aus und haben bald einen ganz anderen Blick auf die Jina-Proteste und das, was in ihrem Land passiert, als es die offiziellen Abendnachrichten im Fernsehen darstellen. Es kommt zum offenen Konflikt in der Familie.
Was passiert, wenn in einem totalitären Regime Menschen korrumpiert werden und die Familie als letzte Bastion vermeintlicher Sicherheit zerstört wird, zeigt dieser heimlich im Iran gedrehte Film teils subtil, teils mit einer emotionalen Wucht, die lange nachwirkt.
„Die Saat des heiligen Feigenbaums“ war der deutsche Kandidat in der Kategorie für den Oscar als „Bester Internationaler Film 2025“. Iranische Behörden haben mehrfach versucht, eine Premiere des Films im Ausland zu verhindern.
Fotos © Polyfilm




