Ich will alles. Hildegard Knef

Mittwoch, 18. März 2026, 19.30 Uhr:

Regie: Luzia Schmid
Buch
: Luzia Schmid
Kamera:
Hajo Schomerus
Musik: Danielle De Picciotto, Alexander Hacke, 
Darsteller
: Hildegard Knef

Dokumentarfilm, DE 2025, 98 Min.

Hildegard Knef (1925 – 2002), „die größte Sängerin ohne Stimme“, wie Ella Fitzgerald sie bezeichnete, war Ikone und Diva, lange bevor diese Begriffe inflationär vergeben wurden.

Ihre Triumphe waren ebenso spektakulär wie ihre Abstürze: geprägt von Krieg, Überleben und Neuanfang, wusste sie schon in jungen Jahren, was ihr wichtig war. Eine Stehauf-Frau, mit unbändigem Willen zum Erfolg, ausgestattet mit überbordendem Talent. Ihre Waffen gegen die Hiebe des Schicksals waren ihr funkelnder Verstand und ihre Berliner Schnauze.

Mit ihrer Rolle im ersten deutschen Nachkriegsfilm „Die Mörder sind unter uns“ wird sie schlagartig berühmt. Es folgt der Ruf nach Hollywood. Doch in der Traumfabrik gibt es für eine junge Frau aus dem Land der Täter keine Rollen. Willi Forst hat eine für sie: „Die Sünderin“ heißt der Film, in dem sie sechs Sekunden lang aus größerer Entfernung nackt zu sehen ist. Die Volksseele kocht vor Empörung über. Die Heimkehrerin wird zum gefallenen Mädchen.

Doch Hildegard Knef lässt sich nicht unterkriegen. Cole Porter überzeugt sie, dass sie singen kann. „Silk Stockings“ heißt sein Musical, das auf Ernst Lubitschs Film „Ninotschka“ basiert. Fast 500-mal spielt sie die Titelrolle, der Broadway steht Kopf. Knef ist die einzige Deutsche, der es gelingt, in einer Hauptrolle am Broadway zu debütieren. In den 1970er-Jahren stürmt sie mit ihren Chansons die Hitparaden. Der um sechs Jahre jüngere britische Schauspieler David Cameron, Vater ihrer Tochter Christina, managt ihre Schallplattenkarriere und übersetzt ihre Autobiographie „Der geschenkte Gaul“ ins Englische. Ein Weltbestseller, übersetzt in 17 Sprachen, auf den ein weiteres Buch folgt. In „Das Urteil“ thematisiert sie ihre Krebserkrankung – ein Tabubruch, in einer Gesellschaft, die den Tod verdrängt.

In ihrem berühmtesten Lied „Für mich soll´s rote Rosen regnen“ lautet eine Zeile „Ich will, will alles oder nichts“, die emblematisch für ihr Leben steht und die sich Regisseurin Luzia Schmid als Titel für ihre Doku lieh.

Fotos © Filmladen
 

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